Im Rah­men der Energiewende hat Deutsch­land hat sich zum Ziel geset­zt, das gegen­wär­tige Energiesys­tem in ein emis­sions­freies, auf erneuer­baren Energien basieren­des Energiesys­tem zu trans­formieren. Während sich die Anstren­gun­gen zur Umset­zung der Energiewende lange Zeit auf den Strom­sek­tor konzen­tri­erten, müssen nun zwin­gend neue Tech­nolo­gien in den Vorder­grund rück­en, die es ermöglichen, die erneuer­bare Energie zu spe­ich­ern und zu ver­w­erten, indem sie für andere Sek­toren, wie beispiel­sweise den Verkehrs- oder Wärme­sek­tor nutzbar gemacht wird.

Hintergrund

CAMPFIRE ist eine Ini­tia­tive im Rah­men des Förderkonzepts „WIR! – Wan­del durch Inno­va­tio­nen in der Region“ des Bun­desmin­is­teri­ums für Bil­dung und Forschung (BMBF) zur Steigerung der Inno­va­tions­fähigkeit in struk­turschwachen Regionen.

Die sieben­monatige CAMP­FIRE-Konzept­phase wurde von 31 regionalen und über­re­gionalen Bünd­nis­part­nern und Unter­stützern unter der Koor­di­na­tion des Leib­niz-Insti­tuts für Plas­maforschung und Tech­nolo­gie (INP), des Insti­tuts für Kli­maschutz, Energie und Mobil­ität (IKEM) und der Hochschule Stral­sund (HOST) durchge­führt. Gemein­sam wurde eine klare Vision für die wirtschaftliche Zukun­ft der Region Nord-Ost auf der Basis von Inno­va­tio­nen ent­lang neuer dis­rup­tiv­er Pfade entwick­elt. Ziel ist es, starke wirtschaftliche Impulse zu set­zen, die zur Entwick­lung neuer Geschäftsmod­elle und zur Stärkung von kleinen und mit­tel­ständi­gen Unternehmen in der Region führen. Im Früh­jahr 2019 wer­den seit­ens des BMBF bis zu 12 Vorhaben für eine Förderung von 15 Mil­lio­nen Euro über die fün­fjährige Umset­zungsphase ausgewählt.

Innovationsfeld

Von zen­traler Bedeu­tung sind inno­v­a­tive Tech­nolo­gien für die dezen­trale Pro­duk­tion von Ammo­ni­ak (NH3) aus lokal erzeugtem Wind- oder Solarstrom, Luft und Wass­er sowie dessen Ver­w­er­tung als inno­v­a­tiv­er Energi­eträger für eine emis­sions­freie mar­itime Mobil­ität. Durch die Inte­gra­tion neuar­tiger elek­tro­keramis­ch­er Dünnschicht­en in Energiesys­teme wer­den ressourcenscho­nende direk­te Energiewand­lung­sprozesse für Ammo­ni­ak real­isier­bar und wirtschaftlich. Die chemis­che Verbindung aus Stick­stoff und Wasser­stoff ist ein her­vor­ra­gen­der Energiespe­ich­er und wird die mar­itime Mobil­ität rev­o­lu­tion­ieren. Elek­tro­keramis­che Mem­bra­nen wer­den mit­tels Dünnschichtver­fahren in der Massen­pro­duk­tion hergestellt und zeich­nen sich durch hohe Sys­te­m­ef­fizienz und Zyk­len­sta­bil­ität aus. Ent­lang ein­er im CAMP­FIRE-Konzept erar­beit­eten Roadmap wer­den kostenop­ti­mierte Pro­duk­tion­s­meth­o­d­en für die Basisin­no­va­tio­nen als Voraus­set­zung der Mark­tetablierung von emis­sions­freien Antrieben in der Schiff­fahrt entwick­elt und diese in die Umset­zung gebracht. Die CAMP­FIRE-Bünd­nis­part­ner vere­inen natur- ingenieur‑, rechts‑, wirtschaftswis­senschaftliche und klimapoli­tis­che Kom­pe­ten­zen für die Entwick­lung und Ein­bet­tung der neuen Tech­nolo­gien in einen durch klimapoli­tis­che Ziele geprägten Markt.

Bedeutung des Innovationsfeldes für die Region

Vor allem kleine und mit­tel­ständi­ge Unternehmen der Zuliefer- und Ser­vi­cein­dus­trie für den mar­iti­men Sek­tor und die Wind­kraft­branche sollen durch ihre aktive Mitwirkung in neuen regionalen Ver­w­er­tungs­ket­ten auf der Basis von grünem Ammo­ni­ak ein­deutige Alle­in­stel­lungsmerk­male aus­prä­gen. Durch Tech­nolo­gieführerschaft bei Pro­duk­ten, die eine ras­ant ansteigende Nach­frage auf­grund klimapoli­tis­ch­er Ziele erfahren, soll ihre Wet­tbe­werb­s­fähigkeit im Rah­men eines nach­halti­gen Struk­tur­wan­dels gestärkt wer­den. Im weit­eren Umkreis ist eine verbesserte branchenüber­greifende Team­fähigkeit in der Region zu erwarten, wom­it eine gute Basis für die Entste­hung ander­er neuer Inno­va­tions­felder geschaf­fen wird. Nicht zulet­zt wer­den die derzeit­i­gen Organ­i­sa­tions­for­men und die Zusam­me­nar­beit der wis­senschaftlichen und wirtschaftlichen Akteure in der Region mod­ernisiert und durch die inten­si­vere Ver­net­zung mit Uni­ver­sitäten und Hochschulen die Aus­bil­dung von Fachkräften und deren Beschäf­ti­gung in der Region nach­haltig gestärkt.